Dieselmotor kann gerettet werden / Software-Update / Diesel ist sauber

Blaue Plakette – Diesel-Nachrüstung möglich – kein Fahrverbot

Diesel-Nachrüstung möglich – neue Modelle entsprechen den Umweltvorschriften

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Die Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge ist nun doch sowohl technisch als auch wirtschaftlich möglich und sinnvoll. Nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Ausgabe vom 30. April 2017) sieht sich die Automobilindustrie inzwischen in der Lage, ältere Dieselfahrzeuge nachzurüsten.

Grenzwerte für Stickoxide können vom Euro-6-Diesel eingehalten werden

Dieselfahrzeuge, die derzeit vom Band rollen, können die Grenzwerte für Stickoxide auch auf der Straße einhalten. Damit ist das Thema Fahrverbote im bisher geplanten Ausmaß offenbar vom Tisch. Auch die Euro-5-Diesel zählen nach einer Nachrüstung zum sauberen Diesel.

Prof. Dr.-Ing. Hermann Koch-Gröber, Professor im Studiengang Automotive Systems Engineering an der Hochschule Heilbronn, hält die Halbierung realer Emissionen für möglich. Ohne teure technische Anbauten und Umrüstungen. Einfach über ein Software-Update für die Motorensteuerung.

Umrüstung von Euro-5-Dieselautos – Software-Update – für ca. 100 bis 300 Euro bereits wesentliche Verbesserung

Ein Software-Update für ältere Dieselmodelle wird nach Schätzungen von Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl (Die Grünen) im Verkehrsministerium in Baden-Württemberg zwischen 100 und 300 Euro kosten. Damit sollen sich die realen Emissionen halbieren lassen. Nicht nur aus der Politik kommen positive Signale. Auch Eckehart Rotter, Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) kündigt eine deutliche Senkung der NOx-Emissionen für Euro-5-Diesel an, die besonders im innerstädtischen Bereich von Bedeutung ist. Für hier waren die Fahrverbote (Blaue Plakette) im Gespräch.

Diesel-Fahrzeuge aus den Städten auszusperren und damit de facto zu entwerten – dies war ein Vorhaben, für das es weder politisch noch wirtschaftlich oder technisch vernünftige Argumente gegeben hätte. Ein solches Fahrverbot hätte zu einer ungeheuren Vernichtung von Vermögen und Ressourcen geführt – und für viele Unternehmen und Familien eine ernste finanzielle Belastung bedeutet. Eine Belastung, die nicht vertretbar gewesen wäre, weil alle Käufer von Dieselfahrzeugen diese Autos im guten Glauben erworben hatten. Die Schnellentwertung zahlreicher Autos per Stichtag hätte sich nicht durchsetzen lassen.

Politische Not macht erfinderisch – inzwischen lassen sich Dieselfahrzeuge problemlos umrüsten

Ein Software-Update für den Dieselmotor kostet voraussichtlich moderate 100 bis 300 Euro. Zusätzlich könnte eine Investition in die Nachrüstung einer Abgasrückführung erforderlich sein. Die Kosten sollen nach bisherigen Erkenntnissen deutlich unter 1000 Euro liegen. Das dürfte reichen, um ein hochwertiges Auto für viele Jahre im Gebrauch zu halten. Das ist Werterhaltung, wie sie sich die Steuerzahler zu Recht wünschen.

Diesel-Nachrüstung – wer übernimmt die Kosten?

Software-Updates sind günstig. Sie müssen nur ein einziges Mal für eine Motorenbaureihe programmiert werden. Danach lassen sie sich in die Systeme der Dieselfahrzeuge einspielen. Die Kosten von bis zu 300 Euro dürften großzügig bemessen sein, denn ein solches Update wird schwerlich länger als eine Stunde dauern.

Einmal Software-Update – ca. 50 % weniger Emissionen

Die Emissionen von Dieselmotoren lassen sich nach aktuellen Informationen mit einem Update der Motorensteuerung schon um die Hälfte reduzieren. Sofort. Worauf also warten? Es braucht weder großangelegte Rückrufaktionen der Autohersteller noch endlose Warteschlangen vor den Vertragswerkstätten. Das Software-Update für Dieselfahrzeuge könnte von den Herstellern kurzfristig – teilweise im Rahmen ohnehin anstehender Serviceaufenthalte – eingespielt werden.

Einigung von Automobilindustrie und Politik zugunsten der Steuerzahler

Politik und Automobilindustrie haben die erste Kehrtwende im Streit um die Diesel-Fahrverbote bereits geschafft. Die Nachrüstung wertvoller Diesel-Fahrzeuge ist möglich und steht auf der Agenda.

Lesen Sie hierzu auch:

„Warum der Diesel doch eine Zukunft hat“ – Artikel in den Stuttgarter Nachrichten vom 16. Januar 2017

Zur Website der Hochschule Heilbronn, Fakultät für Mechanik und Elektronik (T1)